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2011-06-30

für gut zu befinden



von der wichtigkeit all dies ausdrücken zu können und der tiefsten bewegung der erkenntnis (ungeachtet eines unmöglichen schlusses)

2011-03-31

best sellers

Wenn der Buchhändler den doppelten Max Goldt Kauf wohlwollend kommentiert, sollte ich wieder umdrehen und irgendetwas Unangenehmeres dreifach kaufen. Wieso wurde kein einziges Buch meiner vollständigen Marlene Streeruwitz Sammlung jemals verkäuferlich benickt?

2010-07-21

because i nomi. (und zwar klaus)

wer gestern in den genuss der berlinale-preisgekrönten-doku "the nomi song" am wiener rathausplatz kam, hat heute gelsenstiche und immer noch einen ohrwurm. fast ganz bestimmt. oder ist irgendwie furchtbar unangenehm bewegt vom tragischen schluss unter der übergroßen aidsschleife...

Andrew Horn, The Nomi Song, 2004 |
Screening am Wiener Rathausplatz, 20. 07. 2010

... am ende des films nämlich (nach viel pseudopsychologie, wenig musik und eigentlich sehr wenig information - dem mythos sein mythos) sang klaus nomi in seiner ausgerechnet letzten performance requiem-like purcells arie "the cold song" (let me let me freeze again) - das elisabethanische kostüm dabei in matching colors mit dem geschmückten rathaus. tiefblutrote dramatik und ungetrübt nur die stimmung der gelsen, die weder die dick in der luft hängende aids thematik noch die zu berge stehenden haare und gänsehäute aufhielt. das schmeichelweiche postum-pathos täuschte jedenfalls nicht ganz über die lauen ausreden der interviewten freunde nomis hinweg, die zum bitteren ende einfach nicht mehr kamen (i called him in the hospital).

auch wenn die doku nicht ganz überzeugte. die kunstfigur nomi tut es doch und ist auch im lady gaga vergleich ganz aktuell nicht uninteressant (vergleiche etwa die analyse cvejics: "klaus nomi offered the exhilarating prospect of total freedom - freedom to build one's own identity independently of any models or of any preexisting normative identities" >>> überhaupt ein schöner artikel über nomi, butler und identität, der auch kritik am ästhetisierend-mythologisierenden narrativ der doku von andrew horn übt: "cvejic, zarko: do you nomi?: klaus nomi and the politics of (non)identification. in: women and music: a journal of gender and culture, volume 13, 2009, s. 66-75" - online hier)

und weil ein video of the day schon länger aussteht: nomi song von klaus nomi

2010-07-18

nicht (ges)eh(en) - video of the day

weil doppelbefruchtungen [inhaltliche sowieso aber künstlerische erst recht] toll sind - weil ihnen doppelt [oder potenziert] intensive auseinandersetzungen vorausgehen - weil doppelt besser hält und das ganze mehr ist als die summe seiner teile:

die künstlerinnen erna serles und greta schneider haben 2009 begonnen mit gedoppelten frauenfiguren geschichten zu erzählen, die einem dialektischen vielfachen von weiblichen perspektiven und sphären entspringen und diese doppel-und-dreifach-bestimmungen auch gleich humorvoll thematisieren. dem franz-naber-determinismus in "lila wünsche" wird so ironisch-leicht begegnet wie in einem anderen video dem himbeerpenis. zur freundlichen erinnerung wünscht ihnen:



mehr getrenntes unter:
http://gretaschneider.at
http://erna-serles.com

mehr gedoppelt-literarisches entsteht gerade unter dem gemeinsamen pseudonym "renga t."

2010-07-15

nicht (ges)eh(en) - video of the day

[neue rubrik, neues glück: video of the day - tagesschau]

wegen seiner stillen poesie aus dem youtube channel von schwarzemilch: "menschen"



geschaffen übrigens von der wunderbaren eva becker - mehr auf http://beckereva.de

2010-07-06

nicht (ges)eh(en) - video of the day

i'd rather be a cyborg than a goddess

weil sie (sputniko!) zuerst eine menstruations-simulations-maschine für das royal college of art in london baut (mit allem drum und dran: bluttropfmechanismus und unterleibselektroden zur schmerzsimulation) und dann noch nonchalanter dieses musikvideo dazu dreht:



natürlich war das ganze besonders direkt ansprechend im monatlichen uteruskrampfkampf. aber es blieb dann doch auch nicht so platt wie zuerst gefürchtet (was heißt das jetzt? was ist das? ein empathie-device für männer? stößt uns hier vermutlich überholte bh-verbrennungs-rhetorik sauer auf?) - die cyborgkünstlerin meint das bei allen ironischen kopfnoten ganz ernst und philosophisch in zukunftsperspektiven-richtung: wenn menstruation medizinisch (ohne größere einflussnahme als sie die pille ohnehin darstellt) vermeidbar ist und auf der anderen seite für jeden technisch künstlich simulierbar wird - wer entscheidet sich dafür oder dagegen und wenn wie? und was IST und BEDEUTET menstruation dann? da geht es ganz klar nicht um eine negierung dieser erfahrung sondern um eine diskussion wie sie im zeitalter von cyborgs, postgender und hormontherapie neu gestellt werden muss.

"‘It’s 2010, so why are humans still menstruating?’ As a female designer I had one big question I wanted to solve.
The pill free, bleeding interval was devised when the contraceptive pill first came out, only because it was felt by doctors that women would find having no periods too unacceptable (since the 1960s, taking the pill continuously could have removed periods all together) The doctors may think that women are psychologically attached to their periods, but only humans, apes and bats out of all mammals need to bleed monthly for their reproductive cycle. What does Menstruation mean, biologically, culturally and historically, to humans? Who might choose to have it, and how might they have it?"


mehr unter: http://www.sputniko.com/works/sputniko/menstruation-machine

auch spannend:
sputniko!'s child producing machine
oder sputniko!'s penis-prothesen-selbstversuch (die etwas elaboriertere strap-on version)